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200-Tage-Glättung, Unterstützungs- und Widerstandslinie – Sie sehen bei diesen Wörtern bloss Fragezeichen vor sich? Das ändern wir! In drei Minuten.

  • Allgemeinwissen
Sie fragen sich häufig, was Analysten und Broker aus Börsencharts herauslesen können? Wir bringen Licht ins Dunkel der Chartanalyse.
Schauen wir uns den Kursverlauf der Donut AG im vergangenen Jahr einmal genauer an: Das Börsenchart zeigt den Aktienwert mit seinen Höhen und Tiefen im Jahresverlauf. Das Ziel der Chartanalyse ist, aus den Informationen der Vergangenheit Aussagen über künftige Entwicklungen abzuleiten und so geeignete Kauf- oder Verkaufszeitpunkte zu erkennen. In einem Chart wird jedoch ausschliesslich der Börsenkurs dargestellt. Informationen zum Beispiel über Produktionsmöglichkeiten der Donut AG bleiben aussen vor. Sie können anhand des Börsencharts also nicht erkennen, ob Streiks der Belegschaft oder knappe Rohstoffe wie Zucker oder Getreide die Produktion beeinträchtigen. Auch weitere Informationen wie zum Beispiel die Geschäftsberichte der Donut AG sollten Sie zusätzlich berücksichtigen. Daher ist eine Chartanalyse als Richtungsweiser zu verstehen. Dabei unterstützen Sie vor allem drei Hilfsmittel: Die Unterstützungslinie, die Widerstandslinie und die 200-Tage-Glättung.
Die Unterstützungslinie ist eine horizontale Linie, die mehrere auf ähnlichen Tiefständen liegende Kurswerte miteinander verbindet, so wie in unserem Beispiel im März, Juni und August. Je mehr Punkte diese Linie bilden, desto aussagekräftiger ist sie. Nähert sich der Kurs der Donut AG der Linie, könnten Sie dies als Signal deuten, Anteile zu kaufen, weil der Kurs gerade niedrig ist. Gleichzeitig behalten aber auch viele Anleger ihre Anteile, weil sie ansonsten sehr wenig dafür bekommen würden. Die Folge: Der Kurs steigt wieder.
Die Widerstandslinie wird ebenfalls durch mehrere ähnliche Kurswerte horizontal gezogen – jedoch an der Obergrenze, so wie in unserem Beispiel im Januar, April und Dezember, wenn kurz vor Weih-nachten viele Donuts verkauft werden. Nähert sich der Börsenwert der Donut AG der Widerstandslinie, ist das für viele Anleger das Signal, ihre Anteile zu verkaufen, weil sie gerade viel Wert sind. Gleichzeitig hemmt ein solches Kurshoch Sie als potenziellen Anleger wahrscheinlich, Anteile zu kaufen, weil Sie eher mit einem Kursabfall rechnen müssen. Die Folge: Der Kurs fällt wieder.
Das dritte Hilfsmittel der Chartanalyse ist die sogenannte 200-Tage-Glättung: Dabei wird der durchschnittliche Wert der Aktie in einem bestimmten Zeitraum ermittelt. Damit der Durchschnittswert aussagekräftig ist, hat sich dabei ein relativ langer Zeitraum von 200 Tagen etabliert. So erkennen Sie auf einen Blick, ob der derzeitige Kurswert über oder unter dem Durchschnitt liegt. Und auch das hilft Ihnen, eine Entscheidung über Kauf oder Verkauf von Anteilen der Donut AG zu treffen.
Also: Die Chartanalyse kann als Richtungsweiser funktionieren – vor allem dann, wenn möglichst viele Anleger danach handeln. Der Kurswert der Donut AG wird also nicht bloss davon beeinflusst, wie viele Süssmäuler wie viel naschen – sondern auch von den Anlegern der Donut AG und denen, die es noch werden wollen.